Der hessische Europastaatssekretär Mark Weinmeister hat am Freitag die Theodor-Heuss-Schule in Offenbach besucht und sich dort insbesondere über neue Wege zur Berufsorientierung in Hessen informiert. Die Theodor-Heuss-Schule ist eine Selbständige Berufliche Schule mit rund 2.000 Schülerinnen und Schülern, die in verschiedenen Schulzweigen unterrichtet werden. Weinmeisters Besuch war Teil der Zukunftswochen der Hessischen Landesregierung zum Thema „Bildung, Wissenschaft und Forschung“. „Die duale Ausbildung ist ein deutsches Erfolgsmodell, das in Europa große Beachtung findet“, betonte der Staatssekretär. „Dabei leisten die Beruflichen Schulen einen entscheidenden Beitrag, indem sie die praktische Ausbildung im Betrieb um theoretische Anteile ergänzen. Hessen ermöglicht seinen Schülerinnen und Schülern damit Bildungsvielfalt und Wahlfreiheit.“

Weinmeister informierte sich insbesondere über die Arbeit der Theodor-Heuss-Schule im Bereich Integration und über die neue Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung (BÜA). Mit ihr verfolgt die Hessische Landesregierung das Ziel, Schülerinnen und Schüler bestmöglich für den Übergang in eine duale Berufsausbildung zu qualifizieren. Die neue Schulform umfasst zwei Schuljahre, Stufe I und Stufe II. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler bereits nach Stufe I, also schon nach einem Schuljahr, für eine Ausbildung zu qualifizieren und erfolgreich in eine duale Berufsausbildung zu begleiten. Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler mit und ohne Hauptschulabschluss, die noch keinen Ausbildungsplatz haben.

Die Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung wird als Schulversuch an insgesamt 26 beruflichen Schulen an zwölf Standorten in Hessen erprobt. Die Theodor-Heuss-Schule ist Stammschule des Kooperationsverbundes Offenbach, der sich aus der August-Bebel-Schule, den Gewerblich-technischen Schulen und der Theodor-Heuss-Schule zusammensetzt. Durch diese Kooperation wird den Schülerinnen und Schülern eine berufliche Orientierung in den Fachrichtungen Wirtschaft und Technik ermöglicht. Alle Schülerinnen und Schüler belegen den beruflichen Lernbereich „Wirtschaft und Verwaltung“, der an der Theodor-Heuss-Schule angeboten wird, sowie einen Lernbereich aus der Fachrichtung Technik an einer der beiden anderen Kooperationsschulen. Dabei haben sie die Auswahl zwischen „Farbtechnik/Raumgestaltung“, „Holztechnik“ oder „Elektrotechnik“ an der August-Bebel-Schule sowie „Metalltechnik“ oder „Kraftfahrzeugtechnik“ an den Gewerblich-technischen Schulen.

„Bildung ist eine unserer zentralen Zukunftsaufgaben. Gute Bildung entscheidet maßgeblich darüber, welche Möglichkeiten Kinder und Jugendliche zur Teilhabe an der Gesellschaft haben. Wir haben uns deshalb zum Ziel gesetzt, jedes Kind zum bestmöglichen Bildungserfolg zu führen“, sagte Mark Weinmeister nach dem Rundgang durch die Schule und Gesprächen mit Schülern und Lehrern. Deshalb sei der Bildungsetat in Hessen ist in den vergangenen zehn Jahren um rund eine Milliarde Euro auf vier Milliarden Euro gewachsen und sei damit auf einem historischen Höchststand. Das Land finanziert im Schuljahr 2017/2018 rund 53.500 Lehrerstellen für knapp 762.000 Schülerinnen und Schüler an 1.816 öffentlichen Schulen des Landes. Allein in dieser Legislaturperiode wurden rund 4.350 zusätzliche Stellen geschaffen, darunter erstmals 700 Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte. Mit rund 1500 Euro, die Land und Kommunen 2016 pro Kopf für Schulen und Hochschulen ausgaben, sei Hessen bundesweit spitze. „Darauf sind wir als Hessische Landesregierung stolz“, sagte Mark Weinmeister.

Der Staatssekretär hob weiterhin das herausragende Engagement der Theodor-Heuss-Schule beim Thema Integration hervor. Hierfür ist die Schule erst gestern mit dem „Preis für Integration 2018“ der Stadt Offenbach ausgezeichnet worden, der für hervorragende Leistungen im Bereich der Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger vergeben wird. Die Schule hat den Preis nach 2014 bereits zum zweiten Mal erhalten. „Ich gratuliere Ihnen sehr herzlich zu dieser Auszeichnung, die die vorbildliche Arbeit der gesamten Schulgemeinde würdigt“, sagte Weinmeister.

Weinmeister lobte außerdem das Engagement der Theodor-Heuss-Schule bei „Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“. Das ist ein Projekt des World University Service (WUS) e.V. und wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und den beteiligten Ländern gefördert. Es richtet sich an berufsbildende Schulen in Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Die Theodor-Heuss-Schule ist eine der beruflichen Schulen in Hessen, die als „Grenzenlos-Schule“ anerkannt ist. Die Lehrkräfte der Schule haben viele Lehrkooperationen mit „Grenzenlos Lehrpartnern“ aus Afrika, Asien und Lateinamerika organisiert. Ziel ist dabei vor allem, Schülerinnen und Schülern vor dem Eintritt ins Berufsleben Wissen über Globalisierung interkulturelle Kompetenzen zu vermitteln.

Hintergrund

Unter dem Motto „Bereit für Morgen“ hat die Hessische Landesregierung ihre Zukunftswochen gestartet. Dabei stehen unterschiedliche, für Hessen wichtige Bereiche im Fokus. Dazu gehören nachhaltiges Wachstum, Wohlstand und der Schutz der Umwelt genauso wie die Förderung der Attraktivität von Stadt und Land und der gesellschaftliche Zusammenhalt. Alle Minister und Staatssekretäre besuchen in den kommenden Monaten bei rund einhundert Terminen im ganzen Land Einrichtungen, Projekte und Institutionen, die für die Schwerpunkte der Politik der schwarz-grünen Landesregierung und die Zukunftsfähigkeit Hessens stehen. Den Auftakt der Zukunftswochen bildete der Themenschwerpunkt „Sicherheit und Recht“, darauf folgten „Land hat Zukunft“ und „Ökonomie und Ökologie“. Weitere Informationen zu den Zukunftswochen der Hessischen Landesregierung sind im Internet unter https://zukunftswochen.hessen.de zu finden.

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